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Psychologie/Pädagogik
 
23.05.2018 - 23.06.201804/18 Tiergestützte Pädagogik in sozialen Arbeitsfeldern
 
Kurstitel04/18 Tiergestützte Pädagogik in sozialen Arbeitsfeldern
BeschreibungDie Reihe ´Psychiatrie kompakt´ ist ein umfassendes Weiterbildungsangebot für MitarbeiterInnen aus dem Bereich sozialpädagogischer und -psychiatrischer Arbeit. Neben Seminaren zu psychiatrischen Störungsbildern umfasst diese Reihe auch Angebote zu Umgangsstrategien und pädagogisch-therapeutischen Methoden für den pädagogischen Alltag.

Alle Seminare der Reihe ´Psychiatrie kompakt´ sind in sich abgeschlossen und können als Einzelveranstaltung oder im Rahmen der Weiterbildung SOZIALPSYCHIATRISCHE ZUSATZQUALIFIKATION werden.

SEMINARDAUER = 3 Tage - in 14-tägigem Abstand:
1. Seminartag am 23.05.2018
2. Seminartag am 06.06.2018
3. Seminartag am 21.06.2018

Unterrichtszeit: jeweils von 09:00 bis 16:00 Uhr

BILDUNGSURLAUB:
Diese Veranstaltung ist unter dem Geschäftszeichen WBG WBG / B / ..... als Bildungsurlaub anerkannt.
InhalteLHZ-Artikel vom 24.08.2017 über Gabriele Boysen-Borchers ´Arbeit mit tierischen Co-Therapeuten´:

Hohenwestedterin bekommt bei ihrer Arbeit mit Klienten Hilfe von Hunden, Katzen und Pferden / Die Vierbeiner spiegeln das Innere wider

Hohenwestedt Gabriele Boysen-Borchers ist diplomierte Sozialpädagogin. In ihrer Hohenwestedter Praxis hat sie gleich vier Co-Therapeuten – und zwei weitere stehen auf einer Koppel: Zwei Hunde, zwei Katzen sowie zwei Island-Pferde gehören zum Team der 56-Jährigen. In ihrer Praxis widmet sich Boysen-Borchers seit 1986 der Lerntherapie. 2012 folgte ein Aufbaustudium zur tiergestützten Therapie und Sozialarbeit mit Hund, Katze und Pferd. Seit 2015 ist die gebürtige Sylterin außerdem als Trauma-Fachberaterin tätig.

Auf die Idee, ihre Tiere in den Prozess des Helfens einzubinden, kam sie, als ihre Tochter im Jahr 2005 mit dem Reiten begann. ´Ich habe immer mehr gemerkt, dass die Tiere ganz viel mit mir gemacht haben. Sie haben Entwicklungsprozesse angeschubst. Irgendwann waren mir die Reitstunden meiner Tochter wichtiger als ihr.´ Also begann Gabriele Boysen-Borchers, selbst zu reiten – und sich zu fragen, was das Zusammensein mit Pferden wohl in anderen auslöst. In ihrem Aufbaustudium habe sie dann gelernt, dass wirklich etwas passiert, wenn man sich mit Tieren umgibt, und dass die positiven Auswirkungen nicht nur ihrem persönlichen Empfinden entsprechen. ´Therapeutisch bedeutet das eine ganz große Chance.´

In der Lerntherapie, die lange ihr Kerngeschäft bildete, hilft Gabriele Boysen-Borchers beispielsweise Menschen mit Legasthenie oder Dyskalkulie. In einem Vorgespräch klärt sie ab, mit welchen Tieren sich ihr Klient wohlfühlt. Wenn nichts dagegenspricht, tummeln sich auch mal beide Hunde und beide Katzen in dem Büro. Die Anwesenheit der Tiere soll beispielsweise dem Kind mit Lernproblemen den vermeintlichen Leistungsdruck nehmen. ´Gerade Kinder haben oft jahrelanges Schulversagen hinter sich, wenn sie zu mir kommen. Das verursacht Blockaden, die die Tiere auflösen helfen.´Boysen-Borchers ist sich sicher: Die Tiere spüren die Angst und stehen dem Betroffenen bei. ´Dann geht es ganz schnell, und die Katze springt auf den Tisch, oder der Hund stubst das Kind an. Das entspannt die Situation und schafft über das positive Gefühl einen neuen Zugang.“ Ein Tier gebe eine wertfreie Zuneigung, eine Erfahrung, die viele Kinder heute nur noch selten machen, so die 56-Jährige. ´Außerdem bringen sie uns ins Hier und Jetzt. Das ist ganz wichtig, weil man auch Glücksgefühle nur im Jetzt empfinden kann.´

Diese Tatsache sei auch bei der Arbeit mit traumatisierten Menschen sehr wichtig. Unter Traumata fasst Boysen-Borchers einschneidende Erfahrungen, die von Gefühlen wie Angst, Verzweiflung oder Kontrollverlust begleitet werden und die Bewältigungsstrategien des Betroffenen überfordern. „Das kann beispielsweise eine Vergewaltigung sein, aber auch der Verlust eines Haustieres, ein Unfall oder die Erfahrung gemobbt zu werden, können traumatisierend sein.“ Was traumatisiert, hängt davon ab, wie stabil der Mensch in der jeweiligen Situation ist. ´Was für den einen traumatisierend ist, ist für einen anderen vielleicht nur eine schlimme Erfahrung. Das ist individuell geprägt.´ Gerade in der Arbeit mit traumatisierten Menschen ist es wichtig, positive Erfahrungen von Sicherheit im Hier und Jetzt zu schaffen. Die Einbindung des Tieres hilft dabei. ´Katze, Hund oder Pferd zeigen uns, dass in diesem Augenblick alles gut ist, egal, wie schlimm sich die Erinnerung anfühlt. Diese positiven Gefühle, die in dem Agieren mit den Tieren entstehen, könne sie wiederum durch eine Technik namens Eye Movement Desensitization Reprocessing verankern. Diese Öffnung durch die Anwesenheit von Tieren erlebt die Hohenwestedterin auch bei Autisten und depressiven Menschen.

Was ihres von anderen Angeboten tiergestützter Therapie unterscheidet, ist, dass Gabriele Boysen-Borchers ausgebildet wurde, nicht aber ihre Tiere. Das sei sonst oftmals nicht so. ´In vielen anderen Fällen lernen die Tiere, alles zu erdulden und die eigene Befindlichkeit hintenanzustellen. Genau das sollen meine Tiere aber ja nicht tun.´ Das freiwillige Verhalten, das ihre Tiere an den Tag legen, spiegele das Innere, das aktuelle Seelenleben ihres Klienten. ´Ich sehe, wie Mensch und Tier miteinander agieren. Daraus ziehe ich meine Schlüsse und anschließend sprechen wir darüber.´

Generell hat Gabriele Boysen-Borchers viel zu tun – einige Klienten stehen sogar auf ihrer Warteliste. Um alle Tiere auf einem Grundstück zu haben, sucht sie derzeit ein Baugrundstück an einer Koppel oder aber einen Resthof. Derzeit pendelt sie noch mehrmals täglich, um ihre Pferde zu versorgen. Allen sechs Tieren gönnt sie viele Auszeiten – dass sie das belastete Seelenleben anderer spiegeln, sei auch für die Tiere anst

DOZENTIN:
- Gabriele Boysen-Borchers, Diplom Sozialpädagogin

VerantwortlichAnna-Maria Hansson, Diplom-Psychologin, IBAF gGmbH
geplante Stunden24
SeminarkostenEUR 315,00
KontaktIBAF gGmbH
Fachbereich Psychologie/Psychiatrie/Pädagogik
Beate Ruge
Kanalufer 48
24768 Rendsburg

Telefon: 04331 1306-61
Telefax: 04331 1306-70
E-Mail: beate.ruge@ibaf.de